Donnerstag, 7. November 2013

"Mittendrin" oder "mit Überblick"? So finden Sie die optimale Perspektive!


Es ist ein großer Unterschied, ob ´man´ vor einem Löwen steht, oder ob ´ich` vor einem Löwen stehe!
Wenn Sie lernen, diesen Unterschied zu kontrollieren, haben Sie ein mächtiges Werkzeug zur Selbstkontrolle und im Umgang mit Anderen! 

Als ´assoziiert´ und ´dissoziiert` bezeichnet man zwei Perspektiven des Wahrnehmens, Erlebens und Erinnerns von Situationen. Die assoziierte Perspektive steht für eine emotional stark involvierte Wahrnehmung, die dissoziierte Position eher für ein distanziert-analytisches Wahrnehmen.

Die meisten Menschen nehmen in unterschiedlichen Situationen ganz unbewusst eine der beiden Perspektiven oder eine Mischung aus beiden ein. Sie erleben eine Situation z.B. als ´intensiv, emotional, überwältigend,
begeistert, verärgert, mittendrin´ (assoziierte ICH-Perspektive) – oder sie erleben Situationen als ´kontrolliert, souverän, mit Überblick, rational, von außen betrachtet´(dissoziierte BEOBACHTER-Perspektive). Dabei hat jede dieser Positionen gewisse Vor- und Nachteile.


Vorteile einer assoziierten Wahrnehmung sind: Zugang zu emotionalen Ressourcen, Authentizität, Leidenschaft, man kann andere Menschen emotional mitnehmen…. Nachteile können sein: Kontrollverlust, Überemotionalität, Eskalation, Verlust des Überblicks.
Vorteile eine dissoziierte Wahrnehmung sind: Zugang zu rationalen Ressourcen und Vernunft, Überblick, strategisch-kontrolliertes Denken, man kann andere Menschen beruhigen… Nachteile können sein: Leidenschaftslosigkeit, Außenseiterposition, ´Verkopfung´.

Mit ein bisschen Übung ist es möglich, sich dieser unbewussten Wahrnehmungsperspektiven bewusst zu werden und sie zu beeinflussen.

Die assoziierte Perspektive kann man verstärken, indem man


  •           in die Situation ´eintaucht´;
  •           in der ´Ich-Form´ (erste Person) erzählt: „Und dann stand plötzlich der Löwe vor mir…“;
  •           die Situation oder Erinnerung aus der eigenen Perspektive erlebt;
  •           sich körperlich nach vorne lehnt;
  •           das Erlebnis ´nah an sich heranlässt´.

Die dissoziierte Perspektive kann man verstärken, 

  •         indem man Abstand zur Situation gewinnt; 
  •         in der `Man-Form´ oder `Du-Form´ erzählt (zweiter oder dritte Person): „Ja, wann man so einem Löwen gegenübersteht….“;
  •         die Situation oder Erinnerung aus einer Beobachterperspektive erlebt;
  •         sich körperlich nach hinten lehnt;
  •         das Erlebnis ´von außen betrachtet´.




Üben kann man diese Perspektivwechsel übrigens sehr gut an eigenen Erinnerungen, z.B. macht es einen enormen Unterschied, den ersten Kuss einmal assoziiert und einmal dissoziiert zu erinnern. Das gleiche gilt auch für den letzten Streit oder den letzten Urlaub.


Probieren Sie´s einfach einmal aus, üben Sie. Sie werden sich wundern, wie hilfreich diese Fähigkeit für Sie sein kann! 

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, 

Ihr Sebastian Quirmbach